gedanken

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Kapitel 1

 

 

Sie rannte und rannte. Der Wind blies ihre Haare umher. Die Regentropfen schlugen ihr ins Gesicht. Die Äste um sie herum trafen sie und zerfetzten ihre Kleidung. Sie hatte Angst, sehr große Angst. Der Boden war matschig und rutschig. Bei jedem Schritt versank sie tief in der Erde. Die Bäume um sie herum deckten auch noch das letzte Licht ab, das die Sonne noch durch die dichten Wolken warf.

Es war dunkel, sehr dunkel. Und es war kalt. So kalt, dass es bei jedem Atemzug in ihrer Lunge brannte. Doch sie lief und lief und stoppte nicht. Doch sie fühlte diese Schmerzen kaum noch. Alles was sie wollte, war, nach Hause zu kommen.

Doch ihr Verfolger machte es ihr nicht leicht. Sie hörte die Schritte ihres Verfolgers langsam immer näher kommen. Hinter sich hörte sie raschelndes Laub und das knacken vieler kleiner Äste.

Doch sie wusste nicht wo sie war. Sie konnte nicht mehr. Ihr Atem stockte. Der Mann, der sie verfolgte, schien aber noch sehr wohl zu können. Denn dieser war ihr immer noch auf den Versen.

Was konnte sie noch tun? Was hatte sie diesem Mann getan? Sie kannte ihn doch gar nicht!

Mit einem riesen Satz und ohne weitere Überlegungen sprang sie mit ihrer letzten Kraft ab und landete hinter einer alten schlammigen Baumwurzel. Sie robbte durch die Matsche am Boden, um sich so zu positionieren, dass sie nicht gesehen werden konnte. Nun nährten sich die Schritte des Mannes unaufhörlich. 

Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals hoch und sie hatte Angst, dass der Mann ihr Herz schlagen hören konnte. Ihre Angst wurde fast unerträglich. Als der Mann bei ihr angekommen war hielt sie abrupt den Atem an. Doch der Mann hörte sie nicht und lief an ihr vorbei.

Nun war sie wieder ganz allein, allein in diesem großen schwarzen Wald – Das dachte sie zumindest.

Erst jetzt bekam sie zum ersten Mal eine richtige Chance sich ihre Umgebung mal richtig anzusehen. In dem Wald war es sehr düster. Fast alles um sie herum war schwarz. Man konnte gerade noch seine Hand vor Augen sehen. Die Bäume um sie herum waren alle, bis auf ein Paar Ausnahmen, abgestorben und streckten ihr ihre bedrohlich wirkenden, dürren Äste entgegen. Der Waldboden war überall matschig und aufgeweicht. Sie war bei ihrem Sprung knietief im Schlamm versunken.

Aber das schlimmste war, dass sie keine Ahnung hatte warum sie hier und wie sie hierher gekommen war. Auf einmal war sie da. Das einzige an das sie sich erinnern konnte, war ein gleißendhelles Licht. Und kurz darauf war sie in diesem Wald. Schon komisch und irgendwie unheimlich. Sie wollte wieder nach Hause, so schnell wie möglich.

Ihre Klamotten waren nass und sie war am frieren. Sie fragte sich wann jemand sie hier finden würde. Vielleicht nie? Oder schon sehr bald? Die Gedanken machten sie irgendwie sehr müde. Sie schlief sehr bald ein, obwohl sie sich vorgenommen hatte sofort weiter zu gehen.

Doch sie merkte nicht, dass der Mann der sie verfolgt hatte, sich langsam und unauffällig näherte. Da sie schlief hörte sie nicht das bedrohliche, schnelle Atmen des Mannes. Er versuchte leise zu sein, doch unter seinen Füßen knackten die Äste und das Laub raschelte. Langsam, sogar sehr langsam, ging er auf sie zu. Bei ihr angekommen, blickte er sie ganz verträumt an und beugte sich tief über sie. Er blickte ihr Gesicht an… und auf einmal schreckte sie plötzlich hoch uns sah diesem entsetzlichen Mann direkt ins Gesicht. Er war ganz in schwarz gekleidet. In seinem Gesicht konnte man nur diese durch Blut und Mark dringenden dunklen Augen sehen, die sich in ihrem Gehirn fest brannten. Die obere Partie seines Gesichtes war total vernarbt und wies viele Verbrennungen auf.

Sie war vor Angst wie gelähmt, konnte sich nicht mehr bewegen - nicht mehr schreien und nicht mehr reden. Das letzte was sie tat war in diese dunklen Augen zu gucken. Denn dann zuckte plötzlich der Arm des Mannes und ein Messer schnellte nach oben und durchborte den Hals des Mädchens. Das Blut lief ihr am Hals herunter. Der Waldboden färbte sich rot. Er schlitzte ihren Brustkorb auf und nahm ihr Herz heraus. Er hielt es nur in die Höhe und fing an in einem tiefen befriedigten Tonfall zu lachen.

 

 

Kapitel 2

 

Das klingeln des Weckers ertönte laut und schrill am Samstagmorgen. „8 Uhr! Noch so früh!“, dachte sie. Total übermüdet griff Cathy nach dem Wecker und fegte dieses mit einer leichten Handbewegung vom Nachttisch. „Das kann ja wohl nicht wahr sein!“, dachte sie. Ihre Eltern waren schon seit 6 Uhr unterwegs zum Sternbergersee in Italien. Sie würde jetzt 2 Wochen ganz alleine in diesem großen Haus sein. Bis auf ihren Hund Baxtor. Ja, Baxtor würde da sein und immer auf der Lauer. Das wusste sie genau. Sie war noch total übermüdet als sie aus dem Bett stolperte. Mit mühsamen und schweren Schritten stapfte sie in Richtung Fenster. Einzelne Sonnenstrahlen fielen durch die kleinen, gleichmäßigen Löcher des alten Rollos. Mit ein Paar Bewegungen und einem leichten Kraftaufwand zog sie dieses hoch und sofort schien ihr die helle Sonne ins Gesicht. Das Licht war so hell, dass es sie blendete. Sie öffnete das Fenster und atmete tief die frische Morgenluft ein. Es roch nach Freiheit. Ja, zwei Wochen frei von den Eltern. Die Sonne stand noch nicht sehr hoch und der Himmel war noch leicht orange und rosa angehaucht. Eine leichte Sommerbriese glitt ihr über ihr Gesicht und durch die Haare. Die Blätter der Buche, in dem nahe gelegenen Wald, bewegten sich sachte in dem leichten Wind. Auf dem Teich kräuselte sich das Wasser und die Blumen auf der Wiese öffneten ihre Blüten. Es war ein wundervoller warmer Tag und Cathy hatte das Gefühl, dass er noch viel schöner werden würde. Eben ein Tag zum entspannen. Ein Tag, den sie nur für sich beanspruchen konnte. Ein Mal etwas genießen was sie gerne tat. „Ich könnte mal wieder etwas malen.“, dachte sie bei sich. Schnell suchte sie ein Paar Sachen zusammen und zog sich um. Cathy ging aus ihrem Zimmer hinunter ins Erdgeschoss. Sie ging durch dieses alte Steingemäuer in einen kleinen Gang in Richtung Schwimmbad.

Das Bad war riesig. In dem Raum war es sehr dunkel. Nur die blaue Beckenbeleuchtung warf ein wenig licht in den Raum. Die Wände hatten viele verzierte Kacheln, auf denen alte Schriftzüge und noch ältere Bilder zu erkennen waren. Überall an der Wand des Raumes standen wu8ndervolle, große Palmen und eine Menge anderer exotischer Gewächse. Die Pflanzen gaben dem Raum das gewisse etwas. Sie strahlten eine Wärme aus und betonten sehr gut das klare, helle blau des Wassers. Auf dem Boden des Beckens waren zahlreiche Hyroglyphen zu entdecken. Ihre Eltern hatten ihr einmal erzählt, dass dieses Haus einmal einem reichen Antiquitätenhändler gehört hatte. Dieser hatte die Botschaft in den Boden des Schwimmbeckens eingravieren lassen. Doch sie wüssten nicht was diese Inschrift heißt, hatten sie ihr einst erzählt. Im schwächlichen Licht erkannte Cathy kaum die Badeleiter. Vorsichtig tastete sie sich zu ihr hin. Sachte glitt sie in das klare, warme Wasser ein und genoss es richtig. Überall dort wo sie das Wasser berührt hatte, glitten kleine, wellenförmige Kreise im Wasser auf, die in der ferne immer größer wurden. Sie schwamm ein Paar runden und stieg dann wieder aus dem Becken raus.

Nachdem sie sich wieder angezogen hatte, holte sie ihre Staffelei und Farben heraus und setzte sich in den Garten um ein Bild zu malen. Sie stellte sich einen Sonnenuntergang über einer Lagune vor. Einer Lagune die mit den Felsen und dem Strand die sie umgeben verschmilzt und eins wird. Ein heiteres Lichterspiel der Farben. Etwas das miteinander harmoniert und auf das sie stolz sein kann. Aber ob sie das hinkriegen würde? Welche Farben sie wohl wählen sollte? Sie stellte viele Fragen und malte einfach den ganzen Tag hindurch.

Die Sonne kletterte einfach den Himmel entlang und war schon wieder dabei hinter den Baumwipfeln der Tannen zu verschwinden, als Cathy ihr Malzeug einpackte und eilig nach drinnen ging. Sie ging mit hastigen Schritten und stolperte unterwegs über eine Wurzel der großen Eiche, direkt vor ihrer Terrasse. Doch sie konnte ihr Gleichgewicht noch gerade rechtzeitig halten, ohne zu Boden zu stürzen. Ihre Schritte wurden immer schneller und sie durchquerte den riesigen, gut gepflegten Garten mit riesigen Schritten. Ihre Mutter hatte ihr eingeschärft gehabt, wenn es dunkel wird, ins haus zu gehen und alle Türen abzuschließen. Außerdem solle sie die Alarmanlage nicht vergessen einzuschalten. Das war eben der kleine Nachteil wenn man so nah am Wald wohnt. Gefahr das jemand hierher zu ihr kam bestand immer. Und davor hatte sie auch Angst. Als sie endlich an der großen Terrassentür angekommen war, war die Sonne schon hinter den Spitzen der Tannen verschwunden. Schnell huschte sie ins Haus und verschloss alle Türen und Fenster und schaltete die Alarmanlage ein. Sie war völlig außer Atem, da sie sich so beeilt hatte. Sie war leicht am keuchen und es fiel ihr schwer zu atmen. Ihr Herz schlug sehr schnell. Es schlug ihr bis zum Hals hinauf.

Der Herzschlag verlangsamte sich nach einer Zeit wieder und normalisierte sich. Sie nahm einen tiefen Luftzug und guckte aus dem Fenster in die Dunkelheit der Nacht. Es war Neumond und daher sehr dunkel. Das einzige was man noch erkennen konnte, war das bezaubernde leuchten der Sterne. Da sie so vertieft in ihre Gedanken war, merkte sie nicht das sie nicht alleine in diesem Zimmer war. Sie hörte nicht den keuchenden Atem hinter ihr und nicht das kratzen auf dem Teppich neben ihr. So vertieft war sie.

 

 

Geschichte wird bald fortgesetzt. Erschaffungspause...*g*



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